Interkulturelle Kompetenz – online

18.02.2021Stefanie Liliane Meyer

Seminare, Vorträge, Workshops oder ähnliche Veranstaltungen finden mittlerweile erfolgreich online statt. Dank verschiedener Plattformen können sich Teilnehmende live sehen, direkt austauschen, virtuell zeitgleich in Dokumenten arbeiten und gemeinsam Aufgaben lösen. Das ermöglicht interaktives und kreatives Lehren und Lernen – auch über Kontinente und Zeitzonen hinweg, wie zwischen Deutschland und China.

So finden auch Lehrveranstaltungen für chinesische Studierende, die im letzten oder diesem Jahr eigentlich nach Deutschland kommen wollten, um unter anderem an der Universität Duisburg-Essen zu studieren, online statt. In Gruppengrößen mit 12 bis 32 Studierenden sitzen die Teilnehmenden einzeln vor der Kamera in China, die Dozentinnen und Dozenten in Deutschland. Für beide Seiten kommt es durch die Zeitverschiebung zwischen den beiden Ländern auch zu eher ungewöhnlichen Arbeits- und Lernzeiten zwischen 5 Uhr morgens und 22 Uhr abends.

Im Online-Kurs „Interkulturelle Kommunikation“ (IKK) – besser bekannt unter dem englischen Begriff „Intercultural communication competence“ (ICC) – stärken die Teilnehmenden ihre Fähigkeit, Kulturräume zu verstehen, einschließlich des eigenen. Dieses Verständnis ist nützlich, um erfolgreich mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zu kommunizieren.

Kompetenzen in der interkulturellen Kommunikation beziehen sich unter anderem auch darauf, zu wissen, wie Gestik, Mimik oder der Abstand zwischen Personen von Land zu Land variieren. Da nun immer mehr Zusammentreffen online stattfinden, rücken einige Kommunikationsarten, wie zum Beispiel die räumliche Distanz, in den Hintergrund. Online-Veranstaltungen ändern grundsätzlich die Lehr- und Lernsituation für Dozierende und Teilnehmende. So wird Feedback aus der Gruppe anders vermittelt und wahrgenommen, wertvolle Eindrücke im Austausch fehlen. Andere Punkte der Kommunikation gewinnen in Online-Meetings dafür an Bedeutung.

Wie Kommunikation effektiv und angemessen ist, hängt vom jeweiligen kulturellen Kontext ab – und das bezieht sich auch auf virtuelle Bereiche in einem jeweiligen Land. Damit ändert sich nicht nur die Art von Lehre und Training, sondern es entsteht auch der Bedarf für neue Seminarinhalte hinsichtlich der Besonderheiten in der interkulturellen Online-Kommunikation zwischen Deutschland und China.

Unterschiede zwischen Deutschland und China in der Online-Kommunikation beginnen bereits über das Tool, das für Online-Treffen genutzt wird. Sind in Deutschland Zoom, Microsoft-Team oder Skype gängig, wird in China über die Plattform VooV Meeting gearbeitet und sich parallel über WeChat ausgetauscht.

Was zwischen Deutschland und China wahrscheinlich als Gemeinsamkeit festgehalten werden kann: Alle freuen sich auf gemeinsames Arbeiten und Lernen in Präsenz!

Interkulturelle Kompetenz Deutschland-China online stärken.
Interkulturelle Kompetenz Deutschland-China online stärken.